Wir wünschen Ihnen gesegnete Weihnachten, besinnliche und frohe Festtage.

Wir wünschen Ihnen gesegnete Weihnachten, besinnliche und frohe Festtage.

Ungarische Festtagstraditionen für Anfänger und Fortgeschrittene

Was den Deutschen der Gänsebraten mit Rotkohl, ist den Schweizern das Fondue und den Portugiesen der Stockfisch. Mal ist es das Christkind, das uns die Geschenke bringt – andernorts macht sich der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten auf, um uns zu bescheren. Andere Länder – andere Sitten. Das gilt besonders für die Weihnachtsbräuche, die Christen auf der ganzen Welt auf unterschiedlichste Weise feiern.

Die Bejgli: Mohn- und Nussrollen versüßen die Weihnachtfeiertage

Eine weitere süße Versuchung, die beim ungarischen Weihnachtsfest nicht fehlen darf, sind die „bejgli“ (dt. Beigel oder Beugel). Das Rezept dieser süßen Teigrollen mit Mohn- oder Nussfüllung wird häufig von Generation zu Generation weitergegeben und immer weiter verfeinert.

Das Hirtenspiel: Eine Hommage an das ungarische Hirtentum

Ein Brauch, der sich – vor allem in ländlichen Gegenden Ungarns – bis heute gehalten hat, ist das Hirten- oder auch Krippenspiel von Kindern und Jugendlichen. Ähnlich der deutschen Variante des Sternsingens, ziehen sie von Haus zu Haus und bieten ihre Darbietung der Weihnachtsgeschichte gegen eine kleine Spende an. Damit werden zum Beispiel Bedürftige und Notleidende unterstützt. Charakteristisch ist dabei, dass nicht etwa die Heiligen Drei Könige im Mittelpunkt der Geschichte stehen, sondern einfache Hirten. Verwundern sollte dies in einem Land, das wie Ungarn jahrhundertelang von umherziehenden Hirten geprägt wurde, eigentlich nicht. Auch die Tatsache, dass dieser stolze Berufsstand, in einem kleinen Land wie Ungarn nicht weniger als fünf eigene Hirtenhund-Rassen hervorgebracht hat, zeigt, wie tief verwurzelt das Hirtentum in Ungarn ist.

Die Fischsuppe: Der Klassiker des ungarischen Weihnachtsfestes

Doch auch ein anderer Berufsstand ist in Ungarn sehr beliebt – der des Fischers. Wie sonst ließe sich erklären, dass man auf ungarischen Festtafeln an Heiligabend nicht etwa Geflügel vorfindet, sondern Fisch. Wer denkt, die gefüllte Gans des ungarischen Kollegen sei eine landestypische Tradition, der irrt. Diese Variation hat erst in den letzten Jahrzehnten den Weg aus England oder Amerika in das ungarische Weihnachtsfest gefunden.

In Ungarn symbolisiert nichts mehr das traditionelle Weihnachtsessen, wie das „halászlé“ (dt.: Fischsuppe oder wörtlich: „Fischersuppe“). Diese Suppe, die aus dreierlei Fischsorten gekocht wird, nämlich Karpfen, Barsch und Wels, ist sehr deftig und – wenn wundert´s in Ungarn – recht scharf. Im Anschluss an diesen Klassiker, der eigentlich schon als Hauptspeise durchgehen würde, wird der zweite Gang serviert. Auch der zweite Gang besteht aus Fisch, vor allem aus gebratenem oder panierten Karpfen oder Zander. Die starke Symbolkraft des Fisches für das ungarische Weihnachtsfest wird noch dadurch verstärkt, dass der Volksglaube auch hier die eine oder andere Prophezeiung bereithält.

So sollen etwa die Fischschuppen viel Geld bringen. Die schnelle Beweglichkeit des Fisches soll sich indes auf die Familie übertragen, die den Fisch verzehrt – auch sie soll sich im nächsten Jahr stetig vorwärts bewegen. Für einen guten Fang im nächsten Jahr legt der Fischer an Heiligabend ein Fischernetz unter den Festtagstisch.

Der geweihte Wein: Gegen Halsschmerzen und für gute Laune

Nachdem der Heiligabend und die ersten beiden Weihnachtsfeiertage in Ungarn vorbei sind, findet am 27. Dezember der Johannistag statt. Viele Familien, vor allem in ungarndeutschen Dörfern, lassen an diesem Tag ihren Wein weihen, weshalb auch von der Weinweihe gesprochen wird. Der Überlieferung nach, sollte vom frisch geweihten Wein getrunken werden, damit man im nächsten Jahr keine Halsschmerzen bekommt. Auch goss man den geweihten Wein mit der Hoffnung in die gefüllten Fässer zurück, dass es im darauffolgenden Jahr wieder eine reiche Weinernte geben werde. In manchen Regionen Ungarn glaubt man auch, dass der geweihte Wein magische Kräfte besitzt und kranke Menschen und Tiere heilen könne. Gute Laune macht er allemal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.