Paprika: Das Herz von Ungarn

Paprika: Das Herz von Ungarn

Die Paprika gehört zu Ungarn wie der Käse zur Schweiz. Dabei hat diese Pflanze erst im 18. Jahrhundert die ungarischen Küchen erobert. Was haben die Ungarn bloss ohne Paprika gemacht?

Die Ungarn, so heisst es, haben Paprika im Blut. Das stimmt! Doch richtige Ungarn brauchen Paprika auch im Magen. Sonst werden sie krank.Das heisst: Kartoffeln mit Paprika, Gemüse mit Paprika, Fleisch mit Paprika, Pasta mit Paprika, Suppen mit Paprika, gefüllte Paprika, Paprikawurst, Paprikasalami, Paprikaquark …

Paprika steht quasi als Synonym für Ungarn. Er ist aus der ungarischen Küche nicht wegzudenken, und die Ungarn lieben die bunte Vielfalt ihrer Paprikasorten, die sogar in den Nationalfarben rot, weiß und grün daherkommen.

Paprika verhalf den ungarischen Dr. Albert Szent György 1937 zum Nobelpreis.

Er ist 1893 in Szeged, dem größten Paprikaanbaugebiet Ungarns geboren. Er entdeckte das Vitamin C, und das in der Paprika. Er wies nach, daß in einem Kubik cm Zitronensaft 0,5 mg Vitamin C enthalten sind und in der gleichen Paprikamenge aber die 5 bis 7fache Menge.

Der große Wurf, der dem Forscher 1932 gelang, begann mit einer frischen Paprikaschote, die ihm seine Frau zum Abendbrot reichte. „Ich hatte keinen Appetit darauf. Ich schaute die Paprikaschote, und mir fiel ein, dass ich damit noch nie experimeniert hatte“- erinnerte sich Szent- Györgyi später.

Innerhalb von 3 Wochen wurden 1,5 kilogram reines Vitamin C gewonnen. Das war ein sensationeller Erfolg, denn bis dahin hatte man immer nur wenige Gramm des Vitamins isolieren können. Der Nobelpreisträger ließ das Vitamin der Vorgängeorganisation der WHO zukommen – zur Heilung des weitverbreiteten Skorbuts, und er verteilte es weltweit unter seinen Kollegen als Basis für weitere Forschungsarbeiten.

Zugleich war dies auch die Geburtsstunde eines blühenden Industriezweiges der Vitaminproduktion.

Seine Einbürgerung in die westeuropäische Küche ist dem berühmten französischen Koch Georges Auguste Escoffier zu verdanken. Er ließ das rote Paprikapulver 1879 aus Szeged an der Theiß nach Monte Carlo kommen und verschaffte dem „ung.-en Gewürz“ durch die noble Küche des Grand Hotels Ruhm und Anerkennung.

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